Allgemein · Texte · Veganismus in den Medien

Niemand mag Veganer!

In letzter Zeit ließt man wöchentlich einen Artikel in dem der Veganismus auf die eine oder andere Weise im Mittelpunkt steht. Da geht es um Tierhaltung, Ethik, Medizin und sogar Religion. Ein neuer Trend, eine hippe Lebenseinstellung soll das vegane Leben sein. Die Spitzen gehen so weit, dass sich die Autoren unwohl und missbilligend betrachtet fühlen, wenn sie sich eine Currywurst an der Imbissbude holen. Alle scheinen beseelt von der neuen Glückseligkeit im Zusammenleben zwischen Mensch und Tier.

Meine Erfahrungen sind dagegen ganz anders. Die angeblichen unterdrückenden Erfahrungen der Autoren und Kommentatoren konnte ich noch nie feststellen. Noch nie hat mich jemand schief angeschaut als ich wieder einen Klumpen Fett in Form eines Fleischkäsebrötchens in mich hinein geschoben habe. Noch nie hörte ich eine abfällige Bemerkung, wenn ich mir ein Schnitzel bestellte und meine Tischnachbarn lieber einen Salat bestellten. Ich weiß beim besten Willen nicht wo diese Menschen solche schmerzlichen und unterdrückenden Erfahrungen machen. Dennoch möchte ich mich bei ihnen entschuldigen. Denn ich bin ein Veganer.

Seit ca. sechs Monaten esse ich vegan. Warum? Nur so. Ich habe immer gerne viel Fleisch gegessen und habe mir keine großen Gedanken darüber gemacht. Warum auch, es ist ja das natürlichste der Welt, Tiere zu mästen, sie nach einem viel zu kurzem Leben zu töten und dann ihr Fleisch zu essen. Da ich aber mit meinen 33 Jahren zunehmend Probleme mit meinem Magen bekam, versuchte ich es mit veganer Ernährung. Und siehe da, es ging mir immer besser. Durch die vegane Ernährung beschäftigt man sich zwangsläufig mit unserem Verhältnis zu Tieren und deren „Verwendung“. Somit sehe ich die gesellschaftliche Einstellung zur Tierproduktion inzwischen auch aus moralischen Gründen in einem etwas, sagen wir, hipperen Licht.
Meine bisherigen Erfahrungen als Veganer decken sich jedoch nicht mit der in den meisten Artikeln veröffentlichten Meinung. Man wird nicht als ein neuer Glaubensbruder gefeiert, der endlich zu der einzig waren Religion konvertiert ist und nun in der lachenden Menge seiner Glaubensbrüder badet.
Es gibt keine Veganer! Jedenfalls bekommt man in seinem normalen gesellschaftlichen Leben diesen Eindruck. Niemand der einfach nur sagt. „Ach ja, ok“. Es heißt immer wieder nur: „Ich könnte das nicht“. Viele der Menschen die von sich aus das Thema anschneiden (Ich selber fange sonst nie mit dem Thema an) sind von dem Gedanken Tiere nicht mehr zu quälen und zu töten gar nicht abgeneigt. Jedoch trauen sie sich nicht die Willenstärke zu, auf Käse zu verzichten und dies wohl möglich noch in aller Öffentlichkeit, wo man den missbilligenden Blicken der Schnitzelesser ausgesetzt wäre. Es traut sich auch niemand zu, von gewohnten Wegen abzuweichen. Der Speiseplan eines Deutschen steht scheinbar schon seit dem Kindesalter fest. Da werden Nudeln, Kartoffeln, Reis, Pommes oder auch mal Kroketten in unterschiedlicher Reihenfolge mit einem Stück Tier und einer dunkel- bis hellbraunen Soße kombiniert. Wenn es mal gesund sein muss liegen noch ein paar Erbsen am Tellerrand. Natürlich ist diese Darstellung ein wenig überspitzt, ganz aus der Luft gegriffen ist sie aber auch nicht.
Ich würde mir wünschen das mehr Menschen den Mut aufbringen sich so zu verhalten wie sie es eigentlich für richtig halten. Und wenn einer meint am Tag 500 Gramm mit Antibiotika vollgestopftes Fleisch essen zu müssen, dann bitteschön. Manche Menschen sind für objektive Argumente nun mal nicht zugänglich. Allen anderen einen schönen Tag.

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