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Bumblefree Tuna

“Yum yum Bumble, Bumblebee Tuna, I love Bumblebee, Bumblebee Tuna, I love a sandwich made with Bumblebee” Hier der Link zum Lied, aber Vorsicht ist echt ein Ohrwurm 🙂 https://www.youtube.com/watch?v=_H0Tk4-O1ZU

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Wer kennt es nicht das fröhliche Lied passend zum Heißhunger auf köstliche Meeresbewohner. Yum yum. So ging es mir letztens. Die Grippe hatte mich erwischt, eine Frechheit, wenn man an die Unmengen Gemüse und Obst denkt, die ich seit dem ich mich vegan ernähre, zu mir nehme. Aber alles fluchen half nichts, ich war krank. Und obwohl es mir in den letzten 8 Monaten, die ich bewusst einen großen Bogen um Tierprodukte mache, an nichts gefehlt hatte, war es plötzlich da: das Verlangen nach Fisch. Yum yum Bumble Bumblebee Tuna… Und das obwohl mein Verhältnis zu Thunfisch schon immer ambivalent war… Auch bevor ich vegan wurde verspürte ich ein großes Unbehagen gegenüber Fleisch: Kuh und Rind sind dem menschlichen Säugetier einfach zu ähnlich, Hühner sind Freunde, aber Fisch! Nun ja, was verband mich schon groß mit einem Fisch… Während mich Schnitzel und Co also zum erschaudern brachten, bereitete mir weder das Zerlegen noch das Essen von Fisch große Schwierigkeiten. Mein Favorit war natürlich der Thunfisch, wuchs er damals ja schon in so praktischen kleinen Dosen in Form einer homogenen undefinierbaren Masse… mhm. Das Beste war die einfache Zubereitung und die Tatsache, dass ich mir so eine Dose prima mit der Katze teilen konnte. Doch auch damals war ich kein ungebildeter Höhlenmensch, so dass sich mein Verhältnis zu Tuna nach und nach verschlechterte. Da war ja die Sache mit den Delfinen. Die wollte ich natürlich weder mitessen, noch mich an ihrer Ausrottung beteiligen. Flipper fällt schließlich eindeutig in die Kategorie Freund und nicht Fressen. Also kaufte ich eine Zeit lang nur noch Tuna mit Zertifikat „Delfinfreundlich gefangen“. Heute weiß ich, dass das alles Quatsch ist, aber damals hat es eine wichtige Überlegung bei mir angestoßen, nämlich wenn man Thunfisch angeln kann, statt ihn in Netzen zu fangen, dann muss er ja eine gewisse Größe haben. Als ich mir dann schließlich angesehen habe was Thunfische für imposante Fische sind, kam ich allmählich zu dem Schluss, dass ich genauso gut Walfleisch essen könnte, wenn ich für mein Döschen Tuna schon so ein großes Tier töten müsste. Kurz um, die Sache war klar: Tuna wächst leider nicht in Dosen. Also stellte ich meinen Tuna-Konsum ein, abgesehen von einer Hand voll Ausnahmen, wenn ich mir ein Tuna-Sub bei Subway holte. Im Nachhinein klingt das alles übelst kompliziert und ich bin froh mit dem Veganismus eine viel einfachere Form der Ernährung gefunden zu haben. Natürlich würde ich heute unter gar keinen Umständen mehr ein majestätisches Tier wie den Thunfisch mit meinen jämmerlichen Bedürfnissen belästigen und ihn in fettiger Sahne ersaufen und zwischen zwei Brötchenhälften quetschen. Aber das Verlangen war da. Und plötzlich dämmerte mir, dass das wohl dann dieser Verzicht ist, von dem die Fleischesser immer quatschen. Unnötig zu erwähnen, dass ich mich diesem Gefühl nicht geschlagen geben konnte.

Bumblefree Tuna

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  • 1 Dose weiße Bohnen
  • 4 EL Tahina
  • 1 Noriblatt
  • 5 El Olivenöl
  • 3 El Sojasauce
  • 1 El Zitrone
  • 2 Tl Senf
  • 2 El Dill
  • 1 Zwiebel
  • ½ geraspelte Möhre
  • 1-2 Prisen Salz

Die Bohnen zusammen mit dem Olivenöl zerdrücken (Gabel oder Pürierstab). Noriblatt klein schneiden. Zwiebel hacken. Alle Zutaten vermengen, gut verrühren und abschmecken. Zum Schluss die Möhrenraspel sparsam dazu geben. Sie geben der Sache lediglich etwas Textur, können aber auch weggelassen werden. Wer auf den Tuna-Look steht sollte die Möhre weglassen 🙂

Die Masse in kleine Weck-Gläser oder sonstige Gläser abfüllen und 60 Min. bei 90 Grad im Wasserbad erhitzen.

Guten Appetit!

Übrigens: Dieser Aufstrich lebt vom Vorgang des Einweckens. Das Erhitzen der Masse führt zu einer sehr beachtlichen Intensivierung des Geschmacks. Falls ihr den Aufstrich also nicht auf Vorrat zubereiten wollt, empfiehlt es sich ihn zu erhitzen. Einwecken ist aber auch absolut zu empfehlen, zu mal es praktisch ist sich nur einmal die Arbeit zu machen und dann immer wieder auf selbst gemachten herrlichen Tuna-Aufstrich zurückgreifen zu können. Die kleinen Weck-Gläser lassen sich auch prima in einem großen Kochtopfen einkochen, so dass kein Weckautomat nötig ist, auch das Benutzen von Twist-off-Gläsern ist möglich.

Das Rezept habe ich ursprünglich aus meinem Lieblingskochbuch „Vegan Genial“ (Josita Hartanto, 978-394-249-12-11). Die wesentlichen Unterschiede sind: Im Original ist der Möhrenanteil wesentlich höher, der Tahina-Anteil wesentlich kleiner und der Aufstrich wird roh gegessen. Dennoch wollte ich euch meine Version des Aufstrichs nicht vorenthalten, da er meines Erachtens viel „fischiger“ schmeckt 🙂

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3 Kommentare zu „Bumblefree Tuna

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