Allgemein · Handwerk

Treppe in der Scheune selber gebaut.

Wie komme ich in das obere Stockwerk meiner Scheune? Ein Hauptgrund warum wir uns dieses alte Winzerhaus von 1925 gekauft haben war die große Scheune im Innenhof. Hier kann man sich noch einmal so richtig austoben. Im oberen Stockwerk mussten wir noch einen Boden legen und schon stand einem ca. 70qm großem Atelier nichts mehr im Wege.

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Aber wie kommen wir überhaupt dort hinauf? Die Geschossdecke liegt 3,80 m über dem Boden. Einfache und für einen solchen Zweck erschwingliche  Baumarktreppen kommen meist nur bis 2,60 m. Ein Treppenbauer kostet wahrscheinlich zwischen 1000 und 3000 Euro. Und da es ja nicht schön sondern nur zweckmäßig sein sollte dachte ich mir: „So schwer kann das doch nicht sein“. Und entschloss mich die Treppe einfach selber zu bauen.

Die Anforderungen waren überschaubar. Günstig und stabil sollte sie sein. Leider habe ich damals noch nicht alles mit Fotos dokumentiert was ich im Haus gemacht habe. Aber anhand des Ergebnisses kann man immer noch gut erkennen wie man so ein Problem lösen kann.

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Das schwierigste sind die Treppenwangen. Also die seitlichen Bretter von denen die komplette Treppe gestützt wird. Hierzu habe ich 4x6x300cm Konstruktionshölzer mit Versatz verleimt. Somit hatte ich letztendlich zwei riesige Bretter von über sechs Metern Länge. Da ich fünf Lagen verleimt habe hatten die Bretter dann eine Maße von ca. 4x30x600 cm.

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Im unteren Auflagebereich der Treppe hatte ich vorher ein kleines Fundament gegossen in welches ich zwei Balkenschuhe eingelassen hatte. Auf diese befestigte ich einen Balken der dann waagerecht auf dem Boden lag. In den Treppenwangen ließ ich beim Zuschnitt nun Aussparungen für diesen Balken damit dieser als Anker dienen konnte und die Treppe an Ort und Stelle fixiert. Je nach Untergrund kann man die Treppe sicherlich auch einfacher am Boden fixieren. Ich wollte aber auf Nummer sicher gehen.

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Im oberen Bereich wurden die Wangen ebenfalls so angepasst, damit sich diese an die Obere Geschossdecke lehnen konnten. Das Ganze wurde dann noch mit zusätzlichen Winkeln fixiert. Secks Meter lange Bretter können sich ganz schön verbiegen. Um zu verhindern, dass diese sich zu sehr auseinander bewegen können habe ich an zwei Stellen die  beiden Treppenwangen mit Gewindestangen aneinander fixiert.

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So. Jetzt fehlen nur noch die Stufen. Wie man diese anordnet und welche Regeln man für die Stufenhöhe einhalten sollte lasse ich hier mal weg. Das findet man überall im Internet. Als Stufen selbst habe ich einfache Fichten-Baudielen aus dem Baumarkt genommen. Diese haben eine Dicke von fünf cm und Biegen sich somit auch kein Bisschen durch. Zur Befestigung habe ich einfach Dachlatten in kurze Stücke geschnitten und diese an der Wange geschraubt. Hier sollte man jedoch unbedingt auf eine passende Wahl der Schrauben und das vorbohren der Löcher achten. Sonst könnten die Schrauben vielleicht abbrechen oder die Leisten brechen. Gerade als Treppenbauleihe wie mich galt deshalb: Lieber ein wenig stabiler als nötig. Auf diese Leisten wurden dann die passend zugeschnittenen Baudielen geschraubt. Und fertig war die Treppe. Zum Schutz der Kanten habe ich mir noch Aluprofile bestellt und auf die Kanten geschraubt.

Obwohl ich zunächst meine eigenen Idee, die Treppe selber zu bauen, sehr bedenklich fand kann ich nun sagen, dass meine eigene Treppe die stabilste Holztreppe ist die ich kenne. Gerade wenn man keinen Schönheitspreis gewinnen will kann ich jedem immer wieder nur raten es einfach selber zu machen.  Also, traut euch was.

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2 Kommentare zu „Treppe in der Scheune selber gebaut.

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