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Heute machen wir Fleisch (natürlich vegan)

„Und warum muss das Fleisch heißen?“ Tofu-Schnitzel, Seitan Frikadelle, vegane Putenstreifen. Jetzt würden die Leute wieder meckern. Wie inkonsequent wir Veganer doch sind. „Dann sollen wir doch an unserer Möhre nuckeln und nicht zwanghaft versuchen Fleischgerichte zu imitieren. Also brauch der Mensch doch Fleisch! Es liegt in unserer Natur Fleisch zu essen!“

Nein. Du Depp. (Das sage ich natürlich nicht)

Mein Körper braucht einfach nur Proteine und auch mal Etwas das kräftig gewürzt schmeckt. Die meisten Veganer lebten Jahrzehnte lang mit, wie ich zugebe, leckerem Fleisch. So einfach ist es nun mal nicht Essgewohnheiten abzulegen. Es ist wirklich wie die Leute sagen. Man sollte das essen was der Körper verlangt. Und das ist in den meisten Fällen nun einmal nicht Fleisch. Es ist der Heißhunger auf Proteine. Ich war selbst erstaunt wie sich der Körper über ein paar Bohnen freut wo man zuvor noch glaubte, dass man jetzt unbedingt ein halbes Hähnchen essen muss. Doch gerade diese gelernten Essgewohnheiten stellen einen vor das Problem das Tofu oder Weizenproteine nun einmal nicht so schmecken oder aussehen wie Fleisch. Obwohl es beim Verzehr die gleichen Effekte auf den Körper hat. Da die meisten Ersatzprodukte sehr teuer sind oder einfach nicht schmecken bin ich nun auf der Suche nach einem guten Fleischersatz. Susanne geht das im übrigen nicht so. Sie hatte nie großen Appetit auf Fleisch und kennt auch diesen Heißhunger nicht.

Die Probleme:

  • Tofu zerfällt und hat oftmals diesen leichten Beigeschmack
  • Seitan ist oft wie Gummi und schmeckt nach nichts.

Also kombinieren wir das Ganze. Was wir brauchen:

  • 4 gehäufte EL Seitanpulver
  • 250 gr Tofu
  • 2 EL Paniermehl
  • 4 EL Öl
  • ca. 100 ml Wasser
  • 1/2 TL Salz
  • 1 1/2 TL Gyros Gewürz

Die trockenen Zutaten wie Seitanpulver, Paniermehl, Salz und Gyros-Gewürz werden in einer Schüssel miteinander vermischt.

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In einer zweiten Schüssel wird das Tofu möglichst klein zerbröselt und mit Öl und Wasser vermischt. Wer am Schluss eine bessere Vermischung haben will kann das ganze zusätzlich in einem  Mixer zerkleinern. Anschließend wird der Inhalt beider Schüsseln miteinander vermischt und geknetet. Sollte die Masse noch zu feucht sein kann man noch Seitanpulver beim kneten hinzugeben. Nach kurzer Zeit  sollte sich eine zähe Masse ergeben haben die sich nicht mehr wirklich gut kneten lässt.

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Der so entstandene Teig wird zu einem Fladen geknetet und in kochendem Wasser oder Gemüsebrühe 20 Minuten lang gekocht. Dann kann der Fladen in Streifen geschnitten werden. Im Gegensatz zu Seitan ist dieser Klumpen viel lockerer und bedarf auch mehr Vorsicht.

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Ich habe die geschnittenen Streifen noch zusätzlich für ein paar Stunden in einer Marinade aus Öl, Rotwein, Balsamikoessig und Gyros-Gewürz eingelegt. Anschließend werden die Stücke in der Pfanne gebraten. Fertig. Bei uns gab es dazu ein paar Nudeln, Gemüse aus dem Dampfgarer und eine Tomatensoße. Ich bitte die rustikale Art des Anrichtens zu entschuldigen. Wir hatten Hunger.

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Zu erwähnen bleibt noch, dass die Stücke ein wenig mehr Öl ziehen als z.B. ein Stück Seitan, da die Struktur lockerer ist. Dafür schmeckt es wirklich lecker und ähnelt in seiner Konsistenz Chicken Wings. Natürlich ohne Knochen. Der Geschmack ist bei dieser Würzung natürlich sehr herzhaft. Wer will kann sich natürlich alle Gewürze nach Belieben zusammenbasteln. Ich fand es jedoch auch mal angenehm auf eine Mischung zurück zu greifen.

Dann wünsche ich gutes Gelingen. Markus

 

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2 Kommentare zu „Heute machen wir Fleisch (natürlich vegan)

  1. Hallo,

    bin gerade bei der Suche nach einem Tofu-Ersatz für Putenstreifrn auf eure Seite und dieses verrückte Rezept gestoßen. Tolle Idee! Darauf wäre ich bestimmt nicht gekommen. Vermutlich hätte ich irgendwie versucht, den Tofu zu kneten oder in Form zu bringen. Ich kann mir jetzt schon bildhaft vorstellen, wie „gut“ das funktioniert hätte.
    Seit ein paar Tagen habe ich nämlich immer mal wieder richtig Lust auf Ofengeschnetzeltes – früher immer mit Putenstreifen und Schupfnudeln. Tja für ersteres muss nun ein Ersatz her. Die Idee mit dem Seitan finde ich gut. Jetzt muss ich nur noch in den Laden und Seitan holen. 🙂 Danke noch einmal.

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  2. Hallo Rina!
    Das freut mich, dass wir dir weiterhelfen konnten 🙂
    Wenn du auf der Suche nach weiteren Ideen für gute Vleischprodukte bist, kann ich dir noch das Buch „Meine kleine vegane Metzgerei“ empfehlen. Das haben wir vor kurzem entdeckt und schon einige Rezepte ausprobiert – alle waren sehr lecker :-). Man kann aber auch ohne Rezepte rum experimentieren. Meistens kommt was ganz Passables dabei heraus 😉 Es scheint sich generell zu bewähren, Produkte zu mischen, entweder Seitan und Tofu oder Seitan oder Tofu mit Hülsenfrüchten. Mein bisheriger Favorit ist eine Schnitzelvariante aus Seitan und Kichererbsen. Viel Spaß beim kochen und guten Appetit!
    LG Susanne

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