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Ich habe Tofu gemacht

Da saßen wir also an Weihnachten mit der Familie und haben mit meiner koreanischen Schwägerin über Traditionen geplaudert. Und was erzählte sie uns da. In Korea werden seitens der Eltern nicht wie bei uns Kuchen gebacken und diese mitgebracht. Nein, da wird Tofu gemacht. Das war der Moment in dem ich mich das erste mal ernsthaft gefragt habe wie Tofu überhaupt gemacht wird. Sie erzählte uns dann das ihre Mutter eine Tofu Maschine hat. Eine was? Wie geil ist das denn. Direkt zu Amazon und …… nichts. Gesucht und gesucht, schließlich konnte ich eine Maschine für den Heimgebrauch bei Aliexpress bestellen.

Da ich aber nicht so lange warten wollte musste ich es natürlich vorher ohne Maschine ausprobieren. Hier die Anleitung für alle die gerne spülen.

Zunächst brauch man natürlich Sojabohnen. Man glaubt es kaum aber die sind echt teuer im Laden. Also habe ich mir 15 kg bei einem Bauern aus Bayern über ebay bestellt. 300 gr der Bohnen werden über Nacht eingeweicht und gut abgespült.

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Die Bohnen werden dann mit insgesamt zwei Liter Wasser püriert. Hier kann man die Bohnen auch ruhig mit einem Liter pürieren und den Zweiten Liter im nächsten Schritt dazu geben.

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Das ganze geben wir nun in einen großen Topf (Mein Topf hat sieben Liter. Kleiner sollte es nicht sein) und bringen es zum kochen. Falls der zweite Liter Wasser noch nicht drin ist sollte er nun rein. Zehn Minuten lassen wir das nun köcheln um die Giftstoffe in den Bohnen zu zerstören. ACHTUNG!!! Die ganze Sache schäumt gewaltig. Nicht weg gehen und ständig rühren.

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Anschließend müssen wir die ganze Pampe filtern um somit Sojamilch zu erhalten. Hierzu kann man ein Nudelsieb über einen Topf platzieren und alles durch ein Baumwolltuch gießen. Beim Auspressen des Tuches verbrennen wir uns dann die Pfoten da wir nicht warten wollen. Nun haben wir zwei Sachen. Sojamilch und Okara. Das Okara kann man prima als Basismasse für Bratlinge oder ähnliches verwenden. Aber dazu werde ich bestimmt ein anderes mal was schreiben.

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Da die so gewonnene Sojamilch nun zu kalt sein wird müssen wir diese erneut bis kurz vor den Siedepunkt erhitzen. Nun lösen wir drei Teelöffel Nigari-Salz in ein wenig Wasser auf und geben dieses in den Topf mit Sojamilch. Das ganze sollte nur ganz kurz umgerührt werden damit sich das Nigari verteilen kann. Anschließend lassen wir das Ganze fünf bis zehn Minuten stehen damit es eindicken kann.

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Wenn man jetzt mit einem Löffel in den Topf geht sollten überall große Flocken sein. Im Optimalfall sogar eine Masse die an diesen billigen schwabbeligen Joghurt erinnert. So, das Tofu ist fertig wir müssen es nur noch in Form bringen. Im Versandhandel bekommt man, meist aus China, Tofu Pressen. Man kann aber auch in eine Kunststoffdose Löcher machen und mit einem passendem Holzbrett pressen.

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Ähnlich wie zuvor stellen wir unsere Presse über einen Behälter um die Brühe aufzufangen. In ein eingelegtes Tuch schütten wir nun unsere Masse und lassen sie abtropfen. Wenn genug Flüssigkeit abgelaufen ist falten wir das Tuch über die Masse und pressen mit dem Holz und ein paar Gewichten (ca. zwei kg) weiter Wasser heraus.

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Und zu meinem erstaunen kommt am Schluss tatsächlich ein Klumpen Tofu aus dem Tuch. Um so länger man presst umso fester wird der Tofu. Wenn ihr auf das Pressen verzichtet und nur das Wasser abtropfen lasst dann habt ihr im Übrigen Seidentofu.

Natürlich muss ich das jetzt schreiben, aber es stimmt. Selbstgemachtes Tofu schmeckt um Längen besser. Es verhält sich zwar beim braten leicht anders bietet aber einen viel besseren Geschmack. Hinzu kommt dass ihr bereits in die Masse Gewürze oder Kräuter mischen könnt.

Dann viel Spaß beim Versauen der Küche.

Für ca. 500 gr Tofu:

  • 300 gr Sojabohnen
  • 2 l Wasser
  • 3 el Nigari
  • großer Topf
  • Mixer
  • Küchensieb
  • Tuch
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